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Hintergrund

Consuelo de Saint-Exupéry

kam am 10. April 1901 als Tochter eines wohlhabenden Kaffeeplantagenbesitzers im mittelamerikanischen El Salvador zur Welt. Sie interessierte sich früh für die Malerei und besuchte nach ihrem Abschluss auf der katholischen Mädchenschule Kunstinstitute in San Francisco und Mexico City, um das Handwerk zu erlernen.

Mit Anfang zwanzig zog es sie nach Europa, zunächst nach Madrid und dann nach Paris, wo sie tief in die Künstlerszene eintauchte und mit ihrem sprühenden Temperament in den Cafés und Restaurants bald als „Vulkan von Paris“ galt. Picasso, Dalí und Miró zählten zu ihren Freunden. Sie heiratete den Schriftsteller und argentinischen Konsul Enrique Goméz Carrillo, der ein Jahr nach der Hochzeit aber verstarb.

Bei einem Empfang der Alliance Française in Buenos Aires traf sie schließlich den jungen, wilden Piloten aus adligem Hause Antoine de Saint-Exupéry. Als Streckenpilot bei der Luftpost überflog er meist nachts den südamerikanischen Kontinent, oft mit Stift und einem Notizbuch bewaffnet, in dem er erste Romanideen skizzierte. Es begann eine Amor fou, die das baldige Ehepaar nach Paris und später in den Wirren des Zweiten Weltkrieges ins Exil nach New York führte, wo schließlich das berühmteste Werk Antoine de Saint-Exupérys entstand: Der kleine Prinz, maßgeblich inspiriert von Consuelo. Sie ist die Rose des kleinen Prinzen, zu der er immer zurückkehren will, und Teile ihres Charakters finden sich auch in Freund Fuchs, in der Landschaft der Vulkane und sogar in der Schlange, was die Aufs und Abs ihrer Ehe sehr gut widerspiegelt. Darüberhinaus beriet Consuelo ihren Mann in künstlerischen Fragen, denn er zeichnete die Bilder im Buch selbst, obwohl er kein ausgebildeter Maler war, anders als sie.

Ohne Consuelo gäbe es die Geschichte des kleinen Prinzen nicht. Deshalb ist es so schön, diese Frau in ihrer unendlichen Liebe zu Antoine zu portraitieren. Ich hatte sehr viel Freude beim Recherchieren und Schreiben und wünsche Ihnen ein abwechslungsreiches Lesevergnügen mit dieser stürmischen Liebe, die Kulturen und Kontinente überspannte, uns eines der schönsten Werke der Weltliteratur geschenkt hat - und diese zwei so unterschiedlichen Menschen bis in alle Ewigkeit vereint …

Nehmen Sie Platz, schnallen Sie sich an und gehen Sie mit auf Consuelos und Antoines wilden Flug in meinem Buch „Madame Exupéry und die Sterne des Himmels“. Bon voyage!

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Peggy (eigentlich: Marguerite) Guggenheim

kam 1898 als dritte Tochter des Unternehmers Benjamin Guggenheim zur Welt, der 1912 beim Untergang der Titanic starb. Sie wollte früh fort aus ihrer Heimatstadt New York, ging mit Anfang zwanzig nach Paris und verliebte sich dort in ihren ersten Ehemann, den Dadaisten Laurence Vail (1891-1968), damals auch bekannt als der „Roi de Montparnasse - der König von Montparnasse“. Mit ihm verkehrte Peggy in Künstlerkreisen, zählte bald Djuna Barnes, James Joyce, Ernest Hemingway und Ezra Pound zu ihren Freunden. Aber die Ehe mit Laurence verlief unglücklich. Nach acht Jahren ließen sie sich scheiden.

Peggy suchte neue Herausforderungen und wandte sich nun selbst der Kunst zu, zunächst als Galeristin, dann als Sammlerin und Mäzenin. Sie unterhielt zahlreiche Liebesaffären zu berühmten Künstlern und war schließlich vor die Herausforderung gestellt, nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben ihrer Familie und vieler befreundeter Künstler zu retten, darunter Max Ernst und André Breton. Durch ihre großzügigen Spenden an das Rettungskomitee um den Amerikaner Varian Fry in Marseille ermöglichte sie darüber hinaus vielen weiteren Menschen die Flucht. Genau diesen herausfordernden Zeitraum rund um den Beginn des Zweiten Weltkriegs erzählt meine Romanbiografie.

Nach dem Krieg kehrte Peggy Guggenheim nach Europa zurück und bezog den alten Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande, wo man auch heute noch ihre wunderbare Sammlung sehen kann. Sie ist Zeugnis des mutigen Einsatzes dieser Frau, die nicht nur die berühmten Kunstwerke von u.a. Picasso, Klee, Miro, Dalí, Brancusi und Arp rettete, sondern auch zahlreiche Menschen.

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